Stephan für Robert, bitte kommen!

„Weißt Du, wer gerade den kleinen Stapler hat?“ eine einfache Frage im Alltag der Stommel Haus GmbH – Holzhaus-Manufaktur. Eine von Hunderten, bevor wir ein grundlegendes Problem gelößt haben. Eines, dass in vielen Unternehmen bekannt ist. Wir suchen – eine der größten Verschwendungen, die man sich nur leisten kann. Wir suchen Kollegen, Werkzeuge, Informationen oder einfach nur das notwendige Material. Klar, wir haben Telefon, Warenwirtschaftssystem oder zwei gesunde Füße, jedoch kostet Suche Zeit und damit Geld. Geld, dass der Kunde gerne für wertschöpfende Tätigkeiten ausgeben möchte.

Gerd meint: „Die bei Aldi haben doch auch so ein Knopf im Ohr?!“ Woraufhin einige Kollegen einfach mal nachgefragt haben. Viele gute Ideen, erhälst Du in fremden Branchen. Genau wie die notwendigen Informationen und Erfahrungen. Alle Kollegen im Supermarkt sind miteinander verbunden und können hören, was vorher über die Lautsprecher durchgesagt wurde. Das fanden wir äußerst interessant, da es ein grundlegendes Problem in der betrieblichen Kommunikation lösen kann. Also haben wir die Funkgeräte meiner Kinder benutzt, um die Reichweite und Sprachqualität zu testen. Man kann sicherlich auch viel Geld für Betriebsfunk ausgeben, jedoch besagt ein wichtiges Prinzip, dass man Probleme nicht mit dem Geldbeutel, sondern mit dem Kopf lösen soll.

Die Tests haben funktioniert, also wurden einige Geräte für den Hobby Bereich angeschafft. Genug um alle Schnittstellen der Produktion miteinander zu verknüpfen. Wie man richtig funkt, das konnten uns unsere Kollegen von der freiwilligen Feuerwehr sehr gut beibringen. „Stephan für Robert, bitte kommen! Robert hört.“

Seit dem Tag ist es so, dass alle Hallen und Teams der Manufaktur miteinander verbunden sind. Auch die Produktionsleitung, der Disponent und die Logistik sind im Betriebsfunk. Alle funken auf einem gemeinsamen Kanal, da so immer alle, quasi, in einem virtuellen Raum sind. Hat jemand eine Frage, stellt er sie dem Kollektiv und der Wissende gibt eine Antwort. Darüber hinaus, Kann ein Gespräch von allen verfolgt werden, so werden oft Informationen sinnstiftend ergänzt. Viele Aktionen können so durch die Kollegen wertschöpfend miteinander verknüpft oder verschachtelt werden. Bespiel: Ein Kollege benötigt ein Teil aus dem Lager und fragt es in der Logistik an. Ein weiterer Kollege ist seinerseits schon auf dem Weg ins Lager, um ebenfalls ein Teil für sich zu holen. Der Logistiker, der jetzt seine aktuelle Arbeit unterbrechen müsste, da Zeitdruck vorherrscht, kann unterbrechungsfrei weiterarbeiten, da der bereits gestartete Transportprozess des zweiten Kollegen einfach nur um das Teil des ersten Kollegen ergänzt wird. Kurze Absprache, wann das Teil wo gebraucht wird und schon hat man einiges an Zeit und Kundenkapital gespart, beziehungsweise den disruptive spontanen Prozess wertschöpfend eingegliedert. Natürlich kann man durch die Planung der gesamten Wertschöpfungskette solche Prozesse planen, doch das ist nicht einfach.

Der Betriebsfunk ist flexibel und hat sich in kürzester Zeit an die Bedürfnisse angepasst. Er wird so genutzt, wie er von den Kollegen benötigt wird. Kein Zwang, sondern Nutzen. Das sorgt für die notwendige Akzeptanz und führte zur Bereitschaft sich auch über andere Verbesserungen Gedanken zu machen.

Die Kosten für den Betrieb des Betriebsfunk belaufen sich bislang unter 1000 Euro. Löse die Probleme mit dem Kopf, nicht mit dem Geldbeutel.

Für genaue Informationen und Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung:

Stephan Löttgen

Stommel Haus GmbH

s.loettgen@stommel-haus.de